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alex

Headlines & Copys
Konzepte & Strategien

Kampagnen & Social Media

Darum geht’s, das ist die Botschaft. Der Rest? Ein sanfter Manipulationsversuch. Oder sagen wir lieber eine Einladung, mich und meine Arbeit besser kennenzulernen. Ich entwerfe Kampagnen, schreibe Headlines und Copys, übersetze Ideen in Social Media Formate und bin Dozent an der »srh«, Studiengang »Kreatives Schreiben & Texten«.

Hallo. Ich heiße Alex und suche eine Festanstellung

Meine Arbeit
für »das nd«

tl;dr Mai 2026, Instagram: Eine Abokampagne zu Polizeigewalt und Rechtsruck, mit der wir messen wollten, wie viel Umsatz jeder eingesetzte Euro im Meta Ads Manager zurückbringt.

Challenge 68.400 Follower:innen, aber nur ein Bruchteil davon abonniert. Sie zu Abonnent:innen zu machen, ist erfahrungsgemäß günstiger, als neue Zielgruppen zu erreichen. Nur sieht der Ads Manager nicht, welche Abos aus Anzeigen kommen, weil nd-Website und Abo-Checkout ohne Meta-Tracking laufen. Wir mussten mit kleinem Budget anders messen.

Concept Wir stellten uns mit dem Thema Polizeigewalt und Rechtsruck an die Seite unserer Zielgruppe und bezogen Position. Der Preis von 13,12 Euro [war das Messinstrument: nur über die Kampagne buchbar].

Konzept, Headlines, Texte, Grafiken : Alexander Katzmann
Animationen und Edeting: nd Mitarbeiter

Systemwechsel

Die Kampagne zur Digitalisierung von »nd.DerTag«

tl;dr
Konzept, Steuerung und Umsetzung der Kampagne »Systemwechsel«. Ergebnis: Nach einem Quartal lag der Abo-Rückgang bei 12 statt der befürchteten 30 Prozent.

Challenge Die Zeitungszusteller dünnen ihr Angebot aus, in manchen Regionen liefern sie gar nicht mehr. Das zwingt auch Verlage mit geringen Ressourcen wie die »nd Genossenschaft« in die digitale Transformation. Im Januar 2026 war die Frage nicht mehr, ob die Druckausgabe eingestellt wird, sondern wie schnell wir das organisieren können, ohne eine Kündigungswelle auszulösen. Diesen Prozess in Kommunikation zu übersetzen, war meine Aufgabe. Ab dem 1. April 2026 erschien »nd.DerTag« ausschließlich digital.

Concept Wir und unsere Leser:innen sind links und altmodisch (um nicht konservativ zu sagen). Die Digitalisierung musste deshalb als Weiterentwicklung erzählt werden, nicht als Rückbau und Einsparung. Dass die Zeitung im selben Jahr achtzig wurde, lieferte mir die Idee zur Story der Kampagne: Eine Achtzigjährige erfindet sich neu.​
 

Design ohne Titel.png

Konzept, Headlines, Texte: Alexander Katzmann
Grafiken: nd Mitarbeiter
Fotos: nd Mitarbeiterin

​​Der Kampagnenname »Systemwechsel« machte die Tragweite der Veränderung deutlich und war für unser ostdeutsch geprägtes Publikum anschlussfähig: Kaum ein Wort beschreibt den Zusammenbruch der DDR treffender. Hausintern war der Begriff mit seiner Ironie zunächst umstritten, doch er traf exakt, was wir organisierten: ohne Sprachbild, Wortspiel oder Denglisch.

Die Headline »Nie zu alt für was Neues. Mit 80 Jahren wird nd.DerTag digital.« ließ die Zeitung selbst den Schritt gehen und sprach unsere älteren Leser:innen so auf Augenhöhe an. Das Alter war dabei ein gemeinsamer Nenner, kein Vorwurf: Zeitung und Leser:innen sind in etwa gleich alt.

Rollout


Sonderseiten ab Januar
Auftakt ins achtzigste Jahr, klare Gebrauchsanleitungen zum Umstieg, Interviews mit langjährigen Leser:innen, um Bedenken aufzunehmen und Vorteile herauszuarbeiten.

Countdown auf dem Titel 
31 unterhaltsame Eckenbrüller (Titelseite unten rechts).

Editorials in Absprache mit der Chefredaktion.

Eigenanzeigen
Head- und Subline, Fotomotiv.

Sonderbeilage
die gesammelten Texte zum Abschluss der Kampagne.

Geburtstagsgeschenk
Sammelband »80 Jahre 80 Seiten«, letzte Ausgabe mit Sonderseiten.

Geburtstagsevent im FMP1
Panel, Reden, Musik, Sekt und Schnittchen.

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enorm Magazin: Ich war eine riskante Wahl. Ich, der gerade erst den Master abgeschlossen und zuletzt an der Uni gearbeitet hatte, sollte das »enorm« Magazin mit einem Crowdfunding vor der Insolvenz retten. Vor der Insolvenz! Durch meine Masterarbeit “Aus Freude am Zahlen – wie sich Journalismus finanzieren lässt” und meine BA-Arbeit “Kohle scheffeln mit Journalismus” hatte ich das Thema theoretisch aufgearbeitet – Erfahrung im Verlagswesen hatte ich keine.

Das Magazin brauchte mindestens 60.000 Euro für das wirtschaftliche Überleben. Um das Ziel zu erreichen, habe ich Headlines, Drehbücher und Artikel geschrieben, ein Pitchvideo produziert, Pressemitteilungen verschickt und die Departments zusammengehalten. Ich war Brand Strategist, Creative Director und Projektmanager gleichzeitig – das mache ich nie wieder – aber am Ende hatten wir 83.202 Euro eingenommen und das Magazin war gerettet. Heute heißt das »enorm« Magazin »Good Impact«. 


Startnext: Das enorm Projekt lief über »Startnext«. Nachdem es beendet war, kam Startnext mit der Frage auf mich zu, ob ich für sie Crowdfundingprojekte beraten wolle. Ich wollte und so habe ich Projekten bei ihrer Gründung geholfen oder Fragen zum Geschäftsmodell beantwortet, gemeinsam haben wir spezifische Presse- und Social-Media-Maßnahmen entwickelt, besprochen was für Pitch Videos wichtig ist und dabei immer ihre Ressourcen und ihr Projektmanagement im Auge behalten. Mit Crowdfundings kann man Geld einsammeln, klar, aber sie bieten auch ein Framework an, in dem Laien eine eigene Marketing-Kampagne bauen können, ganz ohne Agentur, im DIY-Style.

Als zweites Aufgabenfeld habe ich für »Startnext« die “Frühstücks Academy” moderiert, ein offenes Zoom-Meeting, in dem ich fast täglich in Unterrichtseinheiten erklärt habe, wie man Startnext-Projekte erfolgreich durchführt. Dazu gehörten auch regelmäßige Vorträge auf Bühnen, wie dem Crowdfunding Festival München und der re:publica22.

Beim Crowdfunden geht es in der Regel um alles oder nichts. Das hat mir immer viel Spaß gemacht, nach einigen Jahren aber hatte ich viele Ideen ausprobiert und Beratung ist ein bisschen wie alkoholfreies Bier: Es schmeckt, aber es kickt nicht. Also habe ich mich im klassischen Marketing umgesehen. 

 

In den letzten Jahren habe ich für die »ews«, für »te.ma« und einige andere Organisationen Social-Media-Content produziert, Advertorials geschrieben, eine Corporate Language entwickelt und viel als Texter gearbeitet. 

 

Seit 2024 arbeite ich außerdem als Dozent für “Social Media” an der »SRH Berlin University of Applied Sciences«.

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Essay

Alexander Katzmann

Blechdosen

          DIE MONDLANDUNG HALTEN faktenverweigernde Besserwisser für eine Erfindung Hollywoods. Es ist ja auch kaum zu glauben: drei Menschen flogen mit einem Computer, der weniger Power hatte als ein Gameboy, in einer elf Meter hohen und rund vier Meter breiten Blechdose durchs Weltall. Sie landeten am 20. Juli 1969. Dieses Datum war nicht nur ein „großer Schritt für die Menschheit“, es war auch der letzte Triumph eines Gegenstands, der seither ins Hintertreen geraten zu sein scheint: der Dose. Ihre Geschichte handelt von Esskultur und Popkultur, von Atmosphäre und Vakuum, von Blech und Form. [...]

Herkunft

Ich komme aus einem osthessischen 600 Einwohner*innen Dorf. Meine Jugend bestand aus Windkraftanlagen, 56K-Modems und Nazis. Ich war 14 Jahre, Gerhard Schröder Kanzler und Viva groß, als ich mit Freund*innen eine Antifa gründete. Unsere Idee: die gelangweilten Jugendlichen einsammeln, bevor es die organisierten Neonazi-Kader tun. Für unsere politische Arbeit wurden wir bis nach Berlin eingeladen.

14 Tage nach meinem Schulabschluss habe ich eine WG in Berlin bezogen. Bionade war ganz unironisch das Lieblingsgetränk, mit zwei Nächten hinterm Tresen hatte man seine Monatsmiete drin und den Sound der Sorglosigkeit schenkte uns Zweiraumwohnung. In dieser Zeit habe ich erfolgreich sechs Studienfächer an der FU abgebrochen.

Eine Massenuniversität war also nichts für mich. Ich habe immer gemalt, gezeichnet, fotografiert und geschrieben –  also habe ich mich für Regie beworben, fünf Kurzfilme gedreht und um das bezahlen zu können, als Barkeeper gearbeitet. Genommen wurde ich nicht, aber in Klubs lernte ich strukturiertes Arbeiten und Ausdauer. Vom Geld habe ich mir ein fahrbares Hausboot gekauft. 

Ich war 27 Jahre und konnte „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ spielen, aber der Job im Nachtleben war boring – und das Ganze führte ja auch zu nichts. Also habe ich den dreistufigen Bewerbungsprozess an der »Universität der Künste« durchlaufen und wurde für Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation genommen. Es war das Studium, das ich so lange gesucht hatte.

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